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Nabelschnurbluteinlagerung als therapeutische Quelle für HIV-infizierte PatientInnen

Etwa 1% der Bevölkerung haben eine angeborene (geerbte) Resistenz (Widerstand) ihrer Immunzellen gegen eine Infektion mit HIV (Humane Immundefizienz-Virus). Eine hämatopoetische Stammzelltransplantation von solch einem HIV-resistenten Spender führte zur einzigen bis damals bekannten Heilung von einem mit HIV infizierten Patienten. Im Allgemeinen gibt es aber nur eine vernachlässigbare Chance,  einen HIV-resistenten Spender zu finden, der zugleich die strengen Kriterien der Gewebeverträglichkeit erfüllt.

Inspiriert von dem oben genannten seltenen, aber sehr wichtigen Fall, schlug die internationale Gruppe von Forschern aus den USA, Spanien und Australien vor, diesen neuen Ansatz zu untersuchen: Die Analyse der DNA von 18.000 Nabelschnurbluteinheiten in sechs öffentlichen Nabelschnurblutbanken ergab, dass 134 Einheiten mit HIV-resistenten Zellen gelagert sind.

Die Transplantation von einer dieser Einheiten im Zuge einer Standardbehandlung von Leukämie, bot die Gelegenheit, um zu bestätigen, dass Immunzellen in Blutproben, welche von Patienten nach der Transplantation gesammelt wurden, resistent gegen HIV-Infektion sind.

Darüber hinaus zeigten theoretische Wahrscheinlichkeitsanalyse dass die Bestandsaufnahme von wenigen hundert HIV-resistenten Einheiten genügt, um ausreichend übereinstimmende Einheiten für wesentliche Teile der Bevölkerung zu finden.
Daher erscheint über die Zusammenarbeit zwischen mehreren Nabelschnurblutbanken die Entwicklung eines solchen besonderen Bestandes durchaus machbar. So gibt es in der Zukunft neue Hoffnung für einen kleinen Teil der HIV-infizierten PatientInnen durch Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut geheilt zu werden.

Quelle:

http://www.bbmt.org/article/S1083-8791(12)00433-8/abstract

 

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