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Auspulsieren der Nabelschnur und Entnahme von Nabelschnurblut

In den letzten Jahren wird über Auswirkungen des Zeitpunktes der Nabelschnurabtrennung während der Geburt auf das Neugeborene gesprochen. Viele Eltern überlegen, das Nabelschnurblut bei der Geburt ihres Babys entnehmen und einlagern zu lassen. Die Frage ist, ob es möglich ist, die Nabelschnur auspulsieren zu lassen und gleichzeitig das Nabelschnurblut abzunehmen und in der  Nabelschnurblutbank aufzubewahren. Die Antwort ist: JA. Lesen Sie weiter unter welchen Bedingungen.

Das Auspulsieren, oder verzögertes Einklemmen der Nabelschnur, wird als besonders vorteilhaft bei Frühgeborenen angesehen, die vor der 37 Wochen auf die Welt kommen. Bei Kindern, die zum Zeitpunkt der Geburt geboren wurden gibt es auch kontroverse Ansichten. In den letzten Jahrzehnten wurde eher die frühere Nabelschnurabtrennung (unmittelbar nach der Entbindung) bevorzugt. Verschiedene Weltorganisationen haben unterschiedliche Empfehlungen bezüglich der Dauer des Auspulsierens der Nabelschnur. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zum Beispiel die Nabelschnur ein bis drei Minuten nach der Geburt zu abzutrennen. Laut der American Association der Geburtshelfer und Gynäkologen beträgt der ideale Zeitpunkt zum Durchschneiden der Nabelschnur jedoch 30 bis 60 Sekunden nach der Entbindung.

Das verzögerte Einklemmen der Nabelschnur verhindert nicht die Entnahme und Einlagerung  von Nabelschnurblut.

Das Nabelschnurblut ist eine weit verbreitete Quelle für hämatopoetische Stammzellen. Die Transplantation dieser Zellen ist bis heute die einzige Behandlungsmöglichkeit für bestimmte hämatologische und onkologische Erkrankungen wie Leukämien, Lymphome, Organkrebs, Immunstörungen oder Stoffwechselerkrankungen.

Die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2018, in der die Auswirkungen der Nabelschnurabtrennung auf die Nabelschnurblutentnahme untersucht wurden, zeigten, dass Durchschneiden der Nabelschnur innerhalb von 1 Minute nach der Entbindung nur geringe negative Auswirkungen auf das entnommene  Nabelschnurblut hat und Gesamtmenge der kernhaltigen Zellen wird nicht reduziert. Die Abtrennung der Nabelschnur nach mehr als 1 Minute führt zu weniger Entnahmevolumen und einer geringeren Zellularität des Nabelschnurbluts.

Für den Fall, dass die Nabelschnur nach Absprache mit dem Geburtshelfer nach länger als 1 Minute eingeklemmt wird, gibt es noch eine Möglichkeit für die Entnahme hämatopoetischer Stammzellen – die Entnahme von Plazentablut (aus den oberflächlichen Venen der Plazenta) innerhalb des Entnahmepaketes PREMIUM. Außer der Entnahme von Nabelschnurblut ermöglicht die Familienbank Cord Blood Center auch die Entnahme und Konservierung von Nabelschnurgewebe. Der Zeitpunkt der Nabelschnurabtrennung nach der Entbindung hat keinen Einfluss auf die Entnahme und die Eigenschaften der entnommenen Nabelschnurgewebezellen.

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