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Wahrscheinlichkeit des Bedarfs für autologes Nabelschnurblut wird unterschätzt

Das National Marrow Donor Program hat hochgerechnet, dass 10.000 Nabelschnurblut-Stammzellen-Transplantationen jährlich ab 2015 durchgeführt werden, steigend von 4.000 noch im Jahr 20101. Stammzellen werden in lebensrettenden Therapien, wie Blutkrebs, onkologischen Krankheiten, Stoffwechselstörungen, Immundefekten und andere Bluterkrankungen eingesetzt. Die Reihe von Krankheiten, die durch Stammzellen behandelt werden können, wächst ständig weiter, da viele Forscher neue Therapien entwickeln, viele davon befinden sich bereits in klinischen Studien, andere werden experimentell angesehen.
Bei der Jahrestagung 2010 der International Society for Cellular Therapy (ISCT,) haben Francis Verter und JJ Nietfeld die Zahlen „autologer“ Therapien (=Kinder, die ihr eigenes Nabelschnurblut bekommen haben) mit den Zahlen gegenüber “allogener” Therapie (=Nabelschnurblut von einem Spender auf einen passenden Patienten) verglichen2.
Auf ihrem ISCT Plakat zeigten Verter & Nietfeld, dass das kumulierte Wachstum von autologen Nabelschnurblut-Therapien schneller als exponentiell steigt, während das kumulierte Wachstum von allogenen Therapie nur linear ist. Dass dieses Ergebnis richtig ist, zeigte sich da der Vergleich für die USA, für Europa und für weltweit aufgestellt wurde und immer zu dem selben Ergebnis kam,
Der massive Anstieg der autologen Therapie kann teilweise dem großen Anstieg der Zahl der behandelten Patienten mit Zerebralparese und hypoxämisch-ischämischer Enzephalopathie (HIE) zugeschrieben werden. Nach Nietfeld, zeigt die Statistik, dass die kumulative Wahrscheinlichkeit eines Kindes eine allogene Stammzelltransplantation zu benötigen bis zum 10. Lebensjahr 1 zu 5.000 ist, während die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind Zerebralparese im Alter von 5-10 Jahre entwickelt 1 zu 300 (Schätzung vom US-Center for Disease Control (CDC)) ist.
“Niemand will sich vorstellen, dass sein Kind mit Zerebralparese geboren wird, aber die Häufigkeit von Zerebralparesen unter allen Geburten nach einer normal dauernden Schwangerschaft liegt bei 0,2%, und unter Frühgeburten ist die Häufikeit 10-mal höher und steigt bis auf 2%”.
Sollte die autologe Nabelschnurblut-Therapie sich nur für 12% der Patienten mit Zerbralparese (CP) als effizient erweisen und somit angewendet werden, würde die Zahl der Kinder, die mit ihrem autologen Nabelschnurblut aufgrund ihrer CP therapiert werden, bereits doppelt so viele ausmachen wie die Gesamtzahl aller allogenen Transplantate für alle pädiatrischen Krebs- und Bluterkrankungen. (Quelle: www.parentsguidecordblood.com)

Aufgrund des rasanten Anstieges autologer Therapien, vor allem für CP und akute traumatische Hirnverletzungen, steigt die Notwendigkeit der privaten Einlagerung von Nabelschnurblut. Die medizinische Wissenschaft und Technologie haben mit dieser Entwicklung Schritt gehalten und wird dies auch weiterhin tun. Ärzte bleiben begeistert bezüglich der Möglichkeiten der Verwendung von Stammzellen aus Nabelschnurblut in den aufstrebenden Bereichen der Gentherapie und zellulären Reparatur.

Referenzen:
1. World Marrow Donor Association Cord Blood Banks/Registries Annual Report 2010

2. Verter F., Nietfeld J.J. “The growth of cord blood use.” Cytotherapy 2010; 12: suppl. 1, abstract #157

www.parentsguidecordblood.com

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