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Menschliches Nabelschnurblut verbessert die Überlebenszeit nach tödlichen Bestrahlungen

Radioaktive Unfälle wie Tschernobyl oder Fukushima, und die wachsende Bedrohung durch terroristische Aktivitäten und den Einsatz radiologischer Waffen sind leider Realitäten unserer Tage.

Die akute Strahlenkrankheit (= ARS = Acute Radiation Syndrome) ist das Ergebnis, welches eine größere Anzahl von Individuen beeinträchtigen kann, die versehentlich ionisierender Strahlung ausgesetzt (exponiert) waren. Nabelschnurblut (UCB) könnte eine wertvolle therapeutische Option, jederzeit gebrauchsfertig und verfügbar, für die Opfer von tödlichen Bestrahlungen sein.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Entwicklung geeigneter Pläne für ein klinisches Management von stark verstrahlten Patienten zu einer neuen wichtigen Forschungsrichtung. Die Symptome der akuten Strahlenkrankheit manifestieren sich bei den Opfern aufgrund der Beschädigung des Immunsystems, des Magen-Darm-Trakt und anderer Organe innerhalb weniger Stunden nach der Ganzkörperbestrahlung auch bei relativ moderaten akuten absorbierten Dosen. Das Knochenmark der Strahlungsopfer wird beschädigt. Die Wiederherstellung des Immunsystems und des blutbildenden Systems wäre nur durch eine, von einem geeigneten Spender, allogene Knochenmarktransplantation möglich. Aber im Falle einer großen Masse an Strahlungsopfern wäre die Suche nach passenden Spendern und die Durchführung hunderter oder tausender von Knochenmark-Transplantationen technisch nicht möglich.

Eine leicht verfügbare Quelle sind Stammzellen aus Nabelschnurblut. Opfer von tödlichen Bestrahlungen, die mit einer Nabelschnurblut-Infusionen gekoppelt mit Antibiotika behandelt werden, würden sowohl von der Wirkung der Transplantation selbst als auch durch die zusätzliche endogene Wirkung, der durch die Stammzellen angeregten Reparatur von systemischen Schäden, profitieren. In weiteren könnten die Nabelschnurblutstammzellen zu der Heilung von den meist mit einer Bestrahlung einhergehenden Verletzungen und Brandverletzungen, beitragen.

Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten präklinischen Studie bestätigen, dass die Infusion von Nabelschnurblut innerhalb von 24-52 Stunden nach der Bestrahlung, gekoppelt mit dem Antibiotikum Levaquin, die Wahrscheinlichkeit des Überlebens im Vergleich mit bestrahlten und unbehandelten Tieren signifikant erhöht.

In solchen Fällen wäre die Einlagerung und die damit verbundene sofortige Verfügbarkeit von Nabelschnurblut ein wesentlicher Vorteil und eine wirklich wertvolle Therapie.

Quelle:
http://jrr.oxfordjournals.org/content/early/2013/06/20/jrr.rrt062.full.pdf+html

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