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Geschwisterprogramme in Europa: Sechs Jahre Arbeit in Kalabrien, Italien

Den Ergebnissen zufolge, die G. Foti und seine Kollegen am 39. Jahrestreffen der Mediziner der European Group for Blood and Marrow Transplantation (Europäische Grupppe für Blut- und Knochenmarktransplantation) vorstellten, sollten Eltern eine Entnahme und Einlagerung von Nabelschnurblut ihres Neugeborenen in Betracht ziehen, wenn Geschwister von einer Stammzellentransplantation profitieren könnten.

Italienische Forscher berichteten jüngst über die Ergebnisse eines Programmes in dem das Nabelschnurblut Neugeborener abgenommen und für eine Transplantation bei einem Geschwisterkind verwendet wurde, welches von einer Krankheit betroffen ist, bei deren Behandlung eine Stammzellentransplantation helfen könnte.

In der Region Kalabrien, werden Spendenanfragen für den direkten Gebrauch durch die Calabria Cord Blood Bank (CCBB) geregelt. CCBB ist seit 2006 aktiv und Teil des italienischen Cord Blood Netztwerkes (ITCBN), das vom National Blood Centre in Kooperation mit dem National Transplant Centre koordiniert wird. Eines der Ziele des CCBB, der einzigen Datenbank in der Region, ist das Erschaffen eines Datenbankprogrammes für kalabrische Familien mit Verwandten mit onko-hämatologischen Erkrankungen, die durch Stammzellentransplantation heilbar sind.

Bis jetzt wurden 82 direkt entnommene Nabelschnurblut-Einheiten eingelagert und aus biologischer und klinischer Sicht im Hinblick auf hämatologische Krankheiten (57,3%), Hämoglobinopathien (7,3%), Krebserkrankungen (7,3%) und anderen Krankheiten (17,1%) evaluiert.

Hinsichtlich des Verwandtschaftsgrades sind 56,1% der Nabelschnurblut-Einheiten für eine Geschwisterspende, 15,9% für die Eltern, 20,7%  für andere Blutsverwandte bestimmt und 7,3% wurden für Familien kryokonserviert in denen ein hohes Risiko herrscht, dass die Kinder von genetischen Krankheiten betroffen sind.

Zuvor berichtete P. Bergamaschi über das Ergebnis von 21 Patienten, die in einem ähnlichen Geschwisterprogramm in Pavia Transplantationen erhielten.  Bei allen Patienten, die Nabelschnurblut erhielten, war die Anwendung erfolgreich, bei 85% der Patienten fand eine komplette Rückbildung ohne Zeichen chronischer, immunologischer Komplikationen statt (Transplantationsabstoßung).

Quellen:
G. Foti et. al “Cord blood units for family-directed donations: six years of activity in Calabria, Italy” 39th Annual Meeting of the European Group for Blood and  Marrow Transplantation, London UK April 2013

Bergamaschi P, Perotti L, Bellotti A, et al. Dedicated cord blood for related allotransplants: a single bank experience. Bone Marrow Transplantation 2005;65 (supplement 2):S120, abstract P497.

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